Überlieferungen von unseren Großeltern
Weil das Dorfwasser, wie auch der Goldbach sauber und klar war, konnte dieses Wasser für Vieh und die Wäsche gebraucht werden. Das Wasser, welches aus dem Wald kam war sogar so rein, dass man es ohne Bedenken trinken konnte. Zu der Zeit war die Natur noch in Ordnung. Es gab keine Autos, keine Flugzeuge und es wurden keine chemischen Stoffe verbraucht
Die Backöfen im Rathaus
Im alten Rathaus gab es zwei Backöfen, die die ganze Woche über zum Brot und Kuchen backen genutzt wurden. Die Flächen über den Öfen waren so warm, dass sie zur Herstellung von Dörrobst dienten. Dieses musste dann von Zeit zu Zeit einmal gewendet werden und wenn es gut war, konnte man schon etwas mit nach Hause nehmen. Die Fläche für Dörrobst war immer vergeben, weil man damals weder Eingemachtes noch Gefrierschrank oder -truhe kannte.
Vom Arbeiten und Geldverdienen
Hier gab es früher nicht viel Industrie aber bares Geld brauchte man auch immer. Daher kam, dass die kräftigen Burschen und Männer zu Fuß oft stundenweit bis in das benachbarte Siegerland wanderten, um in Bergwerken oder Industrie ihr Geld zu verdienen. Hier blieben sie unter der ganzen Woche, ja sogar mehrere Wochen am Stück Im Siegerland wurde schon immer mehr Geld verdient Als sich dann auf den Gruben des Scheldetales in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts so manches geändert und verbessert hat, wechselten viele dorthin über. Der Mann konnte dann jeden Nachmittag in sein Heimatdorf und zu seiner Familie zurückkehren. Der Lohn für seine Arbeit war sauer verdient. Um vier Uhr früh mussten die Bergleute ihre Häuser verlassen und marschierten Richtung Hecke, um auf den steilen Bergmannspfad zu gelangen, welcher das Nanzenbach- und Eibachtal überquerte, so dass sie gegen sechs Uhr die Grube Nikolausstollen erreicht hatten. Nach einer achtstündigen Schicht wurde dann derselbe Marsch in den schon schmierigen Bergmannskleidern wieder zurückgelegt, so dass die Männer um vier Uhr nachmittags ihr Haus und Hof wieder erreicht hatten. Hier stand schon ein Zuber mit Wasser zum Waschen bereit, die rote Bergmannskluft wurde mit einer anderen Arbeitskleidung getauscht. Eine Kleinigkeit gegessen - und auf ging's auf Feld oder Wiese, wo Frau und Kinder schon sehnsüchtig auf die doch stärkere Arbeitskraft warteten. Denn wenn es ging wurden die schweren Arbeiten aufgeschoben bis der Mann kam. So verging Tag um Tag.
Frohnhäuser "Platt "und seine Übersetzungen
| Aeckerwoag | Gespann für Kühe, um Pflug oder Egge zu ziehen |
| Feegmehl | In der Feegmehl wurde das Korn von Staub, Dreck und Unrat gereinigt |
| Frechte Soas | Sensenwurf |
| Haa-Werrer | Heuwetter |
| Hauste | gebündeltes Stroh |
| Joarbrut | aus einer Kornernte musste das Brot für ein Jahr reichen |
| Juch | Gestell, welches die Kühe auf dem Kopf trugen, an dem Kettchen befestigt waren, daran kam die Ackerwoag |
| Kejel | zusammenge "kegeltes" Heu |
| Kerr | Kette |
| Langwidd | Seil, welches um den Wissboam gebunden wurde, zum Festzurren von Heu |
| Möestkaute | meist gemauerte Ecke im Hof, wo der Mist abgeladen wurde |
| Möest zeere | Mist auseinander "zerren" |
| offgedou | Freigeben der Wiesen zum Heumachen |
| Plugg | Ackerpflug |
| Pulloch | Jauchegrube / Jauchefaß |
| Ronge | Die seitlichen Bretter vom Wagen |
| Rommeln | Dickwurz |
| Schäiser | Brotschieber |
| Siechlinge | zu Garben gebundenes Getreide |
| Soas / Saas | Sense |
| strahe | düngen |
| Weese Remme | Heumachen |
| Wellen | Backholz |
| Wissboam | damit wurde der Heuwagen gebunden |
| Wusch | aus Stroh gebundener Besen |
| Zeere | auseinanderwerfen des gemähten Grases zum Trocknen |
| Zillschert | Ketten, die am Zug-Querholz der Kuh befestigt waren |


