Kurzfassung der Frohnhäuser Chronik
Die Anfänge von Frohnhausen reichen zurück bis in die Karolingerzeit vor 1100 Jahren, zu dieser Zeit sind hier die ersten Siedlungen entstanden. Namentlich erwähnt wird „Frohnhausen“ aber erst 1340, damals noch als „Fronhusen“ genannt.
Der Name Frohnhausen leitet sich vermutlich von dem Begriff „Fron“, welcher „einem Herren dienend“ bedeutet und dem Grundwort „-hausen“ ab, mit welchem vor allem Orte, deren Gründung zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert liegen, bezeichnet werden. Wie der Ortsname sagt, war Frohnhausen einem Grundherren abgabepflichtig. Der Name des betreffende Grundherrn ist unklar.
Im Jahre 1447 zählt Frohnhausen 34 Häuser, außerdem noch 33 Pferde, 95 Rinder, 97 Schafe, 31 Ziegen und 28 Schweine. Die Landwirtschaft war zu dieser Zeit die Haupterwerbsquelle, sodass Wiesen noch den weitaus größten Teil der Gemarkungen ausmachten.
Wie im übrigen Deutschland brach auch in Frohnhausen im 15. Jahrhundert die Pest aus. Während es anfangs noch vergleichsweise günstig um Frohnhausen stand, erlagen 13 Einwohner im Jahre 1597 der Seuche.1607 zählt man für Frohnhausen und Wissenbach zusammen 62 Pesttote und 1614 nochmals 51.Ihren Höhepunkt erreichte die Pest schließlich während des Dreißigjährigen Kriegs. 1626 erlag der hiesige Pfarrer der Epidemie mitsamt 18 weiteren Menschen. Die tatsächliche Zahl dürfte aber weitaus höher gewesen sein. Sein Nachfolger starb 1636 an der Pest und mit ihm 78 weitere Frohnhäuser.
Kaum 150 Jahre nach der Pest kam über Frohnhausen das nächste große Unglück herein. Es war der 26. Juli 1778, mitten im Hochsommer als gegen Mittag ein Feuer ausbricht. Es breitete sich sehr schnell aus und Frohnhausen, das nach dem Krieg auf 128 Häuser gewachsen war, brannte innerhalb von 2 Stunden bis auf ein Haus, der Kirche und ein paar Scheunen nieder. Ein Löschen des Brandes war aussichtslos, da die meisten Bewohner im Gottesdienst saßen und sich das Feuer bedingt durch Strohdächer, zusammenhängenden Baukomplexen und günstiger Windrichtung schnell vergrößerte. Die Ursache des Brandes ist unkla. Es wird vermutet, dass es nach einem Gewitter vom Vortag noch unbemerkt nachgekohlt hatte, bzw. dass das Feuer von einem Herd ausging. Oder hatte jemand absichtlich den Brand gelegt? Nach diesem folgenschweren Brand musste das Dorf wieder neu aufgebaut werden. Hierbei zeigten sich die umliegenden Ortschaften als überaus hilfreich: Sie unterstützen den Wiederaufbau Frohnhausens durch das Spenden von Nahrung, Aufnehmen der Obdachlosen und tatkräftiger Hilfe beim Häuserbau. Man achtete bereits jetzt darauf einem erneuten Brand vorzubeugen und gab Frohnhausen sein heutiges Erscheinungsbild, dem eines Straßendorfes. Trotz des selbstlosen Einsatzes verlangte, bis auf Dillenburg, kein Ort einen Lohn oder dergleichen.
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert und dem raschen Bevölkerungswachstum Frohnhausens reichte die Landwirtschaft an vielen Stellen nicht mehr als Lebensunterhalt aus.Man begann nach Arbeit in den Eisengruben des Schelderwaldes zu suchen. Die meisten Bewohner waren damals gleichzeitig Bergarbeiter und Bauern.Im Laufe der Jahre verändert sich das Leben in Frohnhausen immer mehr. So wird 1909 das alte Schulgebäude erneuert, 1955 entsteht das neu Rathaus und 1967 wird die Goldbachschule eingeweiht. 1977 wurde Frohnhausen zur Stadt Dillenburg eingemeindet. Die Zahl der Einwohner war auf knapp 3900 gewachsen, es gibt ca. 650 Häuser, der Viehbestand ist auf 10 Pferde und 48 Rinder gesunken. Unsere schöne Rathausstraße mit Brunnen muss diesem Fortschritt weichen.

