Die anfallenden Arbeiten der Hausfrau am Tag
und über das Jahr verteilt
Für die Hausfrau war der Tag je nach Arbeit oft ein langer, schwerer und arbeitsreicher Tag. Morgens um 05:00 Uhr war die Nacht für Sie vorüber. Sie stand auf; machte Feuer im Herd und kochte Kaffee. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken machte meine Frau mir die Brote zum Frühstück zurecht, weil ja doch der Mann seinem Beruf nachgehen musste. Jetzt begannen die tagtäglichen Arbeiten. Die Kühe wurden gemolken, die gemolkene Milch wurde durch ein ganz feines, dichtes Milchsieb und noch ein dichteres Seituch laufen lassen. Danach wurde die Milch in sauber ausgespülte Milchkannen je nach Absprache gefüllt, so dass sie um 7:00 Uhr schon zum Abholen bereit stand. Die Leute im Dorf (Nachbarn), die keine Kühe hatten, kauften unsere Milch. Für den nächsten Tag brachten sie dann schon wieder ein leeres Gefäß mit. So wurde an einem Tag zwischen 15 und 20 Litern Milch verkauft In dieser Zeit musste dann auch das Vieh gefüttert werden. Es wurde Wasser heiß gemacht, mit Kleie und Bollmehl zu einem lauwarmen Getränk vermischt und den Kühen in die Krippe geschüttet. Danach bekamen sie dann genügend Futter vorgeworfen. Für die Schweine wurden am Abend die Menge Kartoffeln gekocht, die für zweimal Füttern ausreichte. Die gekochten Kartoffeln wurden mit einem Stampfer zu Brei gestampft, in einem Eimer mit Gerstenschrot und Magermilch vermischt und in den Schweinetrog gefüllt Nebenbei wurde auch das Hühnerhaus geöffnet und die Hühner gefüttert. Bis zum Mittagessen richten waren dann für die Hausfrau einige Stunden frei, die mit den jeweils anfallenden Arbeiten ausgefüllt werden konnten. Im Frühjahr angefangen zum Beispiel: Mistfahren, Furchen machen, Kartoffeln schneiden, Krautacker hacken, Kraut behäufeln, Disteln stechen, Kartoffeln hacken usw. Im Garten gab es auch allerhand zu tun. Es wurde gesät, gepflanzt, gejätet, behäufelt und noch vieles mehr. Die vorgenannten Arbeiten mussten zwischendurch stundenweise erledigt werden. Inzwischen war dann die Uhr soweit vorgerückt, dass es Zeit war, um nach Hause zu gehen. Da nur eine halbe Stunde Mittagspause war, musste das Essen pünktlich um 12:30 Uhr auf dem Tisch stehen. Nach dem Essen wiederholte sich dann die Arbeit. Es musste abgewaschen werden, das Vieh gefüttert und gemolken, die Milch wie schon erwähnt abgesiebt und in großen Schüsseln kalt gestellt werden. So gab es dann in der Mittagszeit Gelegenheit zum Einkaufen, zum Bügeln - hier und da war noch etwas zu Nähen oder Stopfen. Auch mussten wieder Kartoffeln gewaschen werden, damit der Schweinetopf für den Abend zum Kochen bereit stand. Jetzt war etwas Zeit, es wurde ein wenig Kaffee getrunken. Anschließend wurden die Kühe eingespannt und die für den Nachmittag geplanten Arbeiten durchgeführt. Am Abend nahm man noch einen Wagen Klee mit nach Hause. Während der Zeit, in der wir das Abendessen einnahmen, konnte das Vieh etwas ausruhen. Jetzt wurde das Vieh gefüttert und die Kühe nochmals gemolken.

