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Sonntag, 05.02.2012 05:23

Einige Worte zur Butterherstellung

Die mittags zuvor abgestellte Milch wurde erwärmt und mit der Abendmilch durch die Zentrifuge gedreht. Hier trennte sich der Rahm von der schon erwärmten Magermilch. Der Rahm, der zwei bis drei Tage gestanden hatte, war so steif, dass dann abends noch gebuttert werden musste. Das Butterfass wurde warm ausgeschwenkt - Schmand rein und schon ging es los. Nach kurzer Zeit trennten sich dann Butter und Buttermilch. Die Buttermilch wurde erst in eine Schüssel abgeschüttet, dann wurde die Butter noch ein paar Mal im Fass hin und her geschüttelt und in eine Porzellanschüssel gekippt. Danach wurde sie "gewaschen", d. h. sie wurde mit einem Holzlöffel solange in der Schüssel geknetet, bis kein Tropfen Buttermilch mehr heraus kam. Dann wurde sie zu einer Rolle geformt, mit dem Löffel fein gleich gestrichen und in der Schüssel einige Male hoch geworfen bis der Butterweck dann fertig war. Von der Butter wurde auch ein Teil verkauft. Die Buttermilch wurde dann zum Mittagessen und abends zu Bratkartoffeln getrunken. Von der Mittagsmilch wurde auch ab und zu noch ein Topf stehen gelassen. Das gab dann Dickmilch, die auch im Wechsel zu den Mahlzeiten gegessen wurde. Manchmal wurde auch die Milch solange stehen gelassen bis es Matte war. Die sogenannte Molke wurde abgeschüttet; von der Matte wurde dann Schmierkäse oder Schnellkäse gemacht. Selbiger wurde mit Kümmel geknetet, über Nacht stehen gelassen und dann zum Frühstück verzehrt. In den arbeitsreichen Zeiten wie Heu- und Grummet machen, dreschen, Kartoffeln ausmachen, usw. gab es kein großartiges Mittagessen. Es wurde ein Stück Brot gegessen und weiter ging es.