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Sonntag, 05.02.2012 05:24

Das Wäschewaschen

Von einem Leinentuch wurde die gesamte Bettwäsche und die ganze Unterwäsche genäht Da es zu der Zeit noch keine Nähmaschinen gab, musste alles, was zu nähen war, wie Anzüge, Kleider, Hemden, usw. mit der Hand genäht werden. Ich habe selbst noch verschiedenen Sachen davon gesehen. Da war ein Stich wie der andere, so genau und ordentlich genäht, wie jetzt mit der Nähmaschine. Dies geschah alles ohne elektrisches Licht. Bei Petroleumlämpchen und Kerzenschein mussten all die Arbeiten verrichtet werden. Die Wäsche wurde am Abend in eine große Bütt, die schon zum Teil mit Wasser gefüllt war, eingeweicht, damit sich der grobe Dreck über Nacht schon auflösen konnte. Am anderen Morgen wurde Wasser in den Waschkessel gefüllt und Feuer angemacht Die eingeweichte Wäsche wurde aus der Bütt herausgenommen, ausgewrungen und in dem Kessel zum Kochen gebracht.

Danach kam die Wäsche wieder in die Bütt und wurde dann mit den Händen gewaschen. Wenn ein sonniger Tag war, wurde die Wäsche auf die Bleiche gebracht. Das waren Wiesen am Mühlgraben oder Goldbach wo dann am Tag je nach Sonnenschein ein- oder zweimal gegossen wurde (mit der mit sauberem Wasser gefüllten Gießkanne).

Da es zu der Zeit noch kein Waschmittel gab wie heute, sollte durch das Bleichen die Wäsche von Hecken gereinigt und noch sauberer werden. Das war alles nur möglich, als Luft und Wasser noch sauber waren. Am Abend wurde die Wäsche wieder in sauberes Wasser eingesteckt. Am anderen Morgen konnte man sie dann auswringen und zum Trocknen aufhängen. Wenn dann die Wäsche trocken war, wurde sie grob zusammengelegt und falls es die Zeit erlaubte sogar schon etwas gebügelt. Dazu wurden mindesten zwei Bügeleisen auf den Herd gestellt; wenn sie heiß waren konnte im Wechsel gebügelt werden.