Sie sind hier: Historisches / Haushalt / Zimmer
Sonntag, 05.02.2012 05:23

Die verschiedenen Zimmer

                                                        in den damaligen Häusern

Die Küche

Zentraler Punkt der Küche war ein Guss-Herd. Über der Feuerstelle hingen Dinge, die man nach Belieben heraus nehmen konnte um den Topf einzuhängen, damit das Kochen schneller ging. Der Herd war meistens die einzige Feuerstelle im Haus. In dem Herd war ein Wasserschiff eingesetzt, so dass man immer warmes Wasser zur Hand hatte. Ein Backofen zum Kuchenbacken - alles ging von einer Feuerstelle aus. Auch der Waschkessel stand in der Küche. Der Rauch von den Feuerrungen wurde im Winter zum Räuchern der Fleisch-, Speck-, und Wurstwaren benutzt. Man konnte dann auf der Leiter hochsteigen und die geräucherten Dinge abschneiden. Das war eine feine Sache. In der Zeit wo geräuchert wurde, konnte nur Holz gefeuert werden. Der Boden in der Küche bestand aus Zement. An der Wand war eine sogenannte "Schüsselbanke" angebracht, wo in Regalen Schüsseln und Teller aufbewahrt wurden. Auch ein Tisch stand in der Küche, darin zwei Tischkasten (Schubladen). In einem waren die Bestecke untergebracht, in dem anderen die Tassen. Hinter dem Tisch an der Wand stand eine Bank, jedoch ohne Lehne

Die Wohnstube

In dem damaligen Wohnzimmer stand ein großer Tisch mit zwei Tischkasten, von denen man einen abschließen konnte. In demselben wurden die Schriftlichkeiten wie Erbsachen und Gold- und Silberstückchen aufbewahrt In dem anderen waren Tassen, Bestecke und sonstiges. Hinter dem Tisch stand eine lange Bank wie in der Küche, auch ohne Rückenlehne und einige Stühle. Einen Ofen gab es auch in der Wohnstube. In dem unteren Teil war die Feuerung auch mit Ringen, in dem oberen Teil waren zwei Türchen. Auf der Platte konnte auch etwas warm gehalten werden und die Äpfel, die auf der Platte knisterten und brutzelten erfüllten mit ihrem lieblichen Duft den ganzen Raum. Die Räume im Haus waren fast alle mit langen angenagelten Brettern verkleidet (ca. 1,20 hoch). Daher auch keine Rückenlehne an den Bänken. In den Wohnzimmern kamen an den Winterabenden die Verwandten und Bekannten zum Spinnen und Stricken und zur Unterhaltung zusammen. Die Zusammenkunft war einmal hier und einmal dort, so wurde ein jeder mal besucht. In den Räumen hing eine Petroleumlampe an der Wand. Wenn dann "Feierabend" war, wurde der Raum gekehrt und der Dreck im Ofen verbrannt.

Das Schlafgemach

In dem Schlafzimmer stand ein etwas breiteres Bett. Innen lagen nur Bretter, darauf der sogenannte Strohsack, der in der Mitte lange offen und dick mit Stroh gestopft war. Er bestand aus Jutestoff. Das Unterbett war aus Leinen genäht und mit Koog (die Schute, die beim Haferdreschen übrigblieb) gestopft. Da legte man nun ein Betttuch drüber, dann das Oberbett und schon war das Bett fertig. Neben dem Bett stand noch ein Nachttischschränkchen, darauf ein Kerzenhalter mit einer Kerze, eine Schachtel Streichhölzer und ein Wecker, der gleichzeitig die einzige Uhr im Haus war. In der Ecke war ein großer Eckschaft, in der Decke war eine Anzahl Haken eingedreht, wo man die Kleider und Anzüge aufhängen konnte. Auch war noch ein kleines Kistchen für die Strümpfe in dem Zimmer.

Der Keller

Das Kellergeschoss bestand aus Kartoffelkeller mit einem Teil für Dickwurz und für das Sauerkrautfass war auch noch ein Plätzchen. Alles andere zählte zum Viehstall.

Drei Generationen unter einem Dach

Wenn ein Kind heiraten wollte, brauchte man nicht wie heute lange nach einer passenden Wohnung suchen. Im oberen Stock wurde ein Zimmer hergerichtet Beim Schreiner bestellte das Paar dann ein Bett, Nachtschränkchen, einen Eckschaft und ein Kistchen für die Strümpfe. Möbelhändler gab es keine. Nach der Hochzeit aßen alle Generationen an einem Tisch. Auch alle anfallenden Arbeiten in Feld und Wiesen wurden ohne Murren gemacht So blieben die Kinder mit Ihren Partnern zusammen im Haus. Das war eine über Generationen dauernde Tradition. In der damaligen Zeit lebten die Leute von dem, was sie selbst pflanzten und ernteten. Es wurde so eingeteilt, dass es über das ganze Jahr ausreichen musste. Im Herbst blieb kein Apfel und keine Zwetschge am Baum. Die Äpfel wurden restlos verarbeitet oder zu kleinen Schnitten geschnitten und auf dem Backofen gedorrt. Die Zwetschgen konnte man ebenfalls auf diese Weise verarbeiten. Die Sachen wurden dann im Winter als Gemüse verzehrt.