Zu Großmutters Zeiten
Zur Zeit unserer Großeltern gab es noch keine Dreschmaschine. Wenn die Frucht reif war, wurde alles geschnitten, wie schon vorher erwähnt. Doch blieb alles auf dem Feld stehen bis die Frucht dann nach und nach in die Scheune gefahren und hier abgeladen wurde. Wenn dann im Herbst die Feldarbeiten beendet waren, wurde mit der Drescherei begonnen. Die Scheunentenne wurde geräumt und sauber gekehrt. Es wurde dann soviel Frucht heruntergeworfen und zurechtgelegt wie gebraucht wurde. Das nannte man ein GEBETT. Danach wurde dann im Taktschlag mit Dreschflegeln die Frucht ausgedroschen - das musste natürlich gelernt sein. Das Gebett wurde mehrmals herumgedreht, bis alles ausgedroschen war. Nun wurde das ausgedroschene Stroh abgerecht, zusammengebunden und wieder hochbefördert. Die Frucht wurde in Säcke gefüllt. Das wiederholte sich bis alles gedroschen war. Mit einer sogenannten FEEGMEHL wurde dann die Frucht von Staub, Dreck und Unrat gereinigt. Saatgetreide wurde abgesiebt und alles andere konnte dann im Laufe des Jahres für Mensch und Vieh verwendet werden. Da es im Dorf noch keine Wasserleitung gab, war fast in jedem Haus ein Brunnen. Zum Teil waren zwei Häuser zusammen auf einen Hof gebaut und Geschwister oder Freunde wohnten dort. Hier war der Brunnen unter die Mittelwand gebaut, so dass beide Haushalte aus diesem Brunnen Wasser ziehen konnten.

