Frohnhausen
ist ein hessisches Dorf im Regierungsbezirk Gießen. Seit dem Verlust der Selbstständigkeit im Rahmen einer Gebietsreform ist die Stadt Dillenburg Verwaltungssitz.
Wie die anderen sechs angehängen Stadtteile Manderbach, Nanzenbach, Eibach, Donsbach, Niederscheld und Oberscheld der Kernstadt Dillenburg bildet Frohnhausen ein in sich hervorragend funktionierendes Umfeld ab.
Verkehrstechnisch ist der Ort mit ca. 3804 Einwohnern (Stand 30.06.2009) an die B253 (Dillenburg – Biedenkopf) sowie die K48 (Frohnhausen – Roßbach/Weidelbach) angebunden.
Zwischen den Höhenlinien ”Struth” und “Hecke” sowie dem Westerwald und Rothaargebirge im weiteren Umfeld liegt das Dorf in einer typischen Tallage in Südwest/Nordost-Richtung im unteren Dietzhölztal.
Unser Wappen
| Obere Fläche | GRÜN (Flur – Ackerbau |
| Querbalken | WEISS (Fachwerk) |
| Untere Fläche | ROT (Eisenstein – Bergbau) |
Herkunft
Entworfen von dem Frohnhäuser Kunstmaler Fritz Sauer, Lindenstraße 4A
©Copyright des Frohnhäuser Wappen by Fritz Sauer Nachf.
Obere Fläche:
Darstellung eines Pfluges, wie er in der nachgewiesenen Gründerzeit der Siedlung Frohnhausen Verwendung fand und noch vor 150 Jahren eingesetzt wurde. Die Konstruktion war in Holz ausgeführt, die Schar jedoch schon im Mittelalter mit Eisen beschlagen. Das senkrechte Messer, als “Sech” bezeichnet, schnitt die Schollen, und das Streichbrett aus Holz legte diese Erdschollen um. Die Definition “Frohn” im Ortsnamen gibt einen Anhaltspunkt über eine besonders drastische Form von Leibeigenschaft aus der Frühzeit der Siedlung unter Hinweis auf die Grafen vom Hunsbach und deren Untertanen. Der Pflug soll eine Kausalität zu dieser Epoche als Werkzeig der Frohn herstellen.
Querbalken:
In den Querbalken ist die Struktur des Fachwerkes des früheren Rathauses und zwar des ersten Stockes andeutungsweise eingearbeitet. Dieses entstand nach dem großen Brand 1778 im Jahre 1780 als neues “Gemeinde-, Schul-, Back-, Spritzen- und Leiterhaus”. Anfang der 60er Jahre musste der Fachwerkbau einem neuen Rathaus in massiver Bauweise weichen.
Untere Fläche:
Das Symbol des Bergmanns soll an eine lange Periode erinnern, in der man Frohnhausen als “Bergmannsdorf” bezeichnete. Neben dem Erwerb einer kleinen Landwirtschaft verließen die Männer schon um 4 Uhr früh ihre Häuser, um zu Fuß den beschwerlichen steilen Bergmannspfad zu ersteigen und nach Überquerung des Nanzenbach- und des Eibachtales gegen 6 Uhr die Grube Nikolausstollen und andere zu erreichen. Ein wahrhaft schweres Los, wobei anzufügen wäre, das ab 1898 die Eisenbahn, der so genannte “Bergmannszug” benutzt werden konnte.
Quelle:
Beschreibung des Frohnhäuser Wappens auf einem undatierten Blatt von Fritz Sauer. Zur Verfügung gestellt von Hans Sauer, Varel. Die Besprechung zum Entwurf des Wappens fand in den 80er Jahren im Hause Sauer in der Lindenstraße mit Bürgermeister Beermann und Lehrer Waldemar Hain statt. Hanna Sauer bewirtete die Gäste mit Kaffee und Kuchen.
Frohnhäuser Uzname
Früher wurden Frohnhäuser in den Nachbardörfern Blohfoiß (Blaufüße) genannt. Der Ursprung dieses Uznamens ist wahrscheinlich in der Tatsache zu finden, daß in früheren Jahrhunderten in Frohnhausen Stoffe blau gefärbt wurden. Um die Farbe richtig in die Stoffe einzubringen, wurden diese mit bloßen Füßen in großen Kübeln getreten. Klar, dass nach dem Vorgang die Füsse blau waren.
Die letzte Färberei der heimischen Region schloß im letzten Jahrhundert ihre Pforten. Jetzt ist dort eine amerikanische ”Restaurant”-Kette zu finden.
andere Schreibweisen: Blohfois, Blofois, Blohvois, Blovois

