Bauerntum

Bauerntum und bäuerliche Verhältnisse unserer Heimat im Zeitenwandel

Unsere Aufgabe führt uns zurück durch einen langen Zeitraum von über tausend Jahren. Bis in das 19. Jahrhundert hinein hat die Landwirtschaft dem heimischen Leben ihren Stempel aufgedrückt. Es gilt also, einen beträchtlichen Zeitabschnitt zu überschauen. Die Lebensverhältnisse der Frühzeit sind uns ferngerückt und fremd. Form und Gestalt des Lebens waren zu Beginn unseres Zeitraumes anders als zum Ausgang. In wechselnder Entwicklung reihte sich Jahrhundert an Jahrhundert. Es ist daher eine zeitliche Aufteilung, eine Dreiteilung erforderlich:

a) die Frühzeit, bis zum ungefähren Eintritt unserer Ortschaften in die Geschichte, für Frohnhausen etwa das 14. Jahrhundert.

b) Unsere Ortschaften bis zum Ausgang des Dreißig-jährigen Krieges.

c) Der Fortgang, etwa bis zur Franzosenzeit, dem Niedergang Preußens, kurz nach 1800. „Bauerntum“ weiterlesen

Dreschmaschine

Jetzt kümmerte man sich bei der Dreschmaschine um einen Termin. Je nach Witterung musste die Frucht acht bis vierzehn Tage auf dem Feld stehen bleiben, damit sich alles restlos ausdreschen lies. Wenn dann der Tag kam, an dem man einen Termin hatte, wurden am Tage vorher meistens zwei Wagen Frucht nach Hause geholt Mit dem Erntewagen half man sich untereinander aus. Ein Wagen wurde meistens gleich zu der Maschine gefahren. Der andere und der kleine Wagen, welcher mit Rechen, Gabel, Besen und Säcken beladen war, wurde von zu Hause mitgenommen. Zu der Zeit brauchte man beim Dreschen mindestens zehn Männer. „Dreschmaschine“ weiterlesen

Kraut und Korn

Jetzt war es an der Zeit, dass sich wieder um die Kartoffeln gekümmert werden musste. Man ging, wenn nötig, noch einmal durch die Reihen, um die Kartoffeln vom Unkraut zu säubern. Danach wurde eine Kuh vor den Kartoffelpflug gespannt und die Kartoffeln wurden so hoch behäufelt, dass man sie bis zur Ernte nun in Ruhe lassen konnte. Jetzt war auch der Kraut­acker soweit, dass die Dickwurz gehackt und das Gemüse behäufelt werden musste. Wenn ein trockener, heißer Sommer war, konnte schon Ende des Monats Juli mit dem Kornschneiden begonnen werden. Auf Äckern mit leichterem Boden war das Korn zuerst reif Die Männer brachten von den verschiedenen Äckern zwei bis drei Ähren mit nach Hause. Wenn die Ähren reif schienen, wurde beschlossen, dass nun in zwei bis drei Tagen das Korn­schneiden beginnen sollte.

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Auerhahnhütte

Gelegentliche Aktennotizen besagen, daß schon Graf Ludwig Henrich von Nassau-Dillenburg während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit einer kleinen Jagdgesellschaft zur Auerhahnbalz ins Dietzhölztal aufgebrochen sei. Das heutige Wahrzeichen dieser Jagdleidenschaft, die Auerhahnhütte, entstammt allerdings nicht mehr dieser Zeit. Sie wurde erst vor nunmehr rund 140 Jahren, im Jahre 1856 errichtet. Doch stand an ihrer Stelle schon vorher eine einfache Mooshütte, die für das Jahr 1839 bezeugt ist. Herzog Wilhelm von Nassau, der Vater des Herzogs Adolf, ist nur ein einziges Mal in seinem Todesjahr 1839 hier zur Auerhahnjagd gewesen, während er sich im übrigen in Westfalen jagdlich vergnügte. Als ein um so leidenschaftlicherer Jäger muß nach dieser Seite hin der Sohn, der spätere Großherzog von Luxemburg, der Auerhahnbalz hier eingelegen haben. Für die eingesessene Bevölkerung war es immer ein Fest, wenn der so leutselige und beliebte Fürst, von dem die Alten noch sehr lange nach seinem Abschied mit rührender Liebe sprachen, zur Erlegung des Edelwildes erschien. Die Buchstaben A N (Adolf von Nassau) in Stein auf dem Fußboden der Hütte ließ er anbringen; sie sind noch heute ein stummes Erinnerungsmal an ihn. Und heute? Die Auerhähne sind vollständig aus dem engeren Bereich der Hütte wie aus der ganzen Umgegend verschwunden. Vor einigen Jahrzehnten jedoch waren sie noch in den Waldungen zu beobachten. Und die Hütte? Nur dem ernsten Einsatz heimat- und geschichtliebender Menschen ist es zu danken, daß sie überhaupt noch steht. Ein Abbruch konnte nur mit knapper Not verhindert werden. Heute dient sie als Schutzhütte der Waldarbeiter, gewiß eine nützliche Zweckbestimmung. Aber einer solchen historischen Erinnerungsstätte sollte man doch noch mehr Aufmerksamkeit und Interesse widmen. An einer nicht unwichtigen Wegzentrale stehend, bleibt sie allezeit ein sehr empfehlenswertes Wanderziel.