Brotbacken im Backes

Es wurde meistens ein Zentner Korn eingesackt und in die Mühle gefahren. Das nannte man ein Geback. Für das Mehl hatte man einen weißen Leinensack, auf dem der jeweilig Vor- und Nachname in rot aufgestickt war. Der Müller sagte, wann das Mehl abgeholt werden konnte. Hier im Dorf waren drei Backöfen, die waren die ganze Woche belegt. Fünf Tage für Brot und am Samstag für Kuchen. Für Brot wurden zwei Stunden gerechnet und für Kuchen eineinhalb. Wer eine Reihe im Ofen für Brotbacken reservieren wollte, ging, wenn es 1100 Uhr läutete, ins Backhaus. Bis dahin war der Polizeidiener vom Läuten auch da. Jeder Haushalt hatte ein sogenanntes Backesbrett, auf dem der Name stand. Diese Bretter wurden in drei Reihen auf den Tisch gelegt. Der Polizeidiener hatte ein Kästchen mit zusammen­gefalteten Zetteln, auf denen Nummern standen. Diese wurden auf jedes Brett gelegt; der Polizeidiener öffnete sie und schrieb die Nummer mit Kreide auf das Brett. Um 8:00 Uhr wurde angefangen. Aufgrund der Nummer wusste dann jeder, wann er an die Reihe und an welchen Ofen er kam. „Brotbacken im Backes“ weiterlesen

Es ist Herbst geworden

Ein Wagen mit Backholz (WELLEN) musste auch noch gemacht werden. Das musste alles geschehen, solange man noch mit dem Vieh fahren konnte. Der sogenannte Mühlgraben, dessen Wasser über die Wasserräder der Spinnerei Braun, Mühle Jung und Firma Weiss lief, welches zum Betreiben der Betriebe gebraucht wurde, musste auch noch gereinigt werden.

Es wurde durch die Schelle bekannt gemacht, dass von hier bis dort der Mühlgraben abgestellt sei und jeder Anlieger sein Teil ausschaufeln und ausmähen musste. Weiter wurde durch die Schelle vom Ortsgericht bekannt gegeben, dass bis zu einem bestimmten Datum die Mahl und die Be- und Entwässerungsgräben aufgemacht sein mussten. Nach dem festgesetzten Datum wurde überprüft, wer dem nicht nachgekommen war. Derjenige wurde dann gemahnt, wenn das noch nicht reichte, wurde er bestraft. Durch den zunehmenden Autoverkehr waren die Bekanntmachungen bald nicht mehr zu verstehen. Aus diesem Grund wurden dann Aushängetäfelchen überall im Dorf angebracht, auf denen die Bekanntmachungen zu sehen waren. „Es ist Herbst geworden“ weiterlesen