Es ist Herbst geworden

Ein Wagen mit Backholz (WELLEN) musste auch noch gemacht werden. Das musste alles geschehen, solange man noch mit dem Vieh fahren konnte. Der sogenannte Mühlgraben, dessen Wasser über die Wasserräder der Spinnerei Braun, Mühle Jung und Firma Weiss lief, welches zum Betreiben der Betriebe gebraucht wurde, musste auch noch gereinigt werden.

Es wurde durch die Schelle bekannt gemacht, dass von hier bis dort der Mühlgraben abgestellt sei und jeder Anlieger sein Teil ausschaufeln und ausmähen musste. Weiter wurde durch die Schelle vom Ortsgericht bekannt gegeben, dass bis zu einem bestimmten Datum die Mahl und die Be- und Entwässerungsgräben aufgemacht sein mussten. Nach dem festgesetzten Datum wurde überprüft, wer dem nicht nachgekommen war. Derjenige wurde dann gemahnt, wenn das noch nicht reichte, wurde er bestraft. Durch den zunehmenden Autoverkehr waren die Bekanntmachungen bald nicht mehr zu verstehen. Aus diesem Grund wurden dann Aushängetäfelchen überall im Dorf angebracht, auf denen die Bekanntmachungen zu sehen waren. „Es ist Herbst geworden“ weiterlesen

Dreschmaschine

Jetzt kümmerte man sich bei der Dreschmaschine um einen Termin. Je nach Witterung musste die Frucht acht bis vierzehn Tage auf dem Feld stehen bleiben, damit sich alles restlos ausdreschen lies. Wenn dann der Tag kam, an dem man einen Termin hatte, wurden am Tage vorher meistens zwei Wagen Frucht nach Hause geholt Mit dem Erntewagen half man sich untereinander aus. Ein Wagen wurde meistens gleich zu der Maschine gefahren. Der andere und der kleine Wagen, welcher mit Rechen, Gabel, Besen und Säcken beladen war, wurde von zu Hause mitgenommen. Zu der Zeit brauchte man beim Dreschen mindestens zehn Männer. „Dreschmaschine“ weiterlesen

Kraut und Korn

Jetzt war es an der Zeit, dass sich wieder um die Kartoffeln gekümmert werden musste. Man ging, wenn nötig, noch einmal durch die Reihen, um die Kartoffeln vom Unkraut zu säubern. Danach wurde eine Kuh vor den Kartoffelpflug gespannt und die Kartoffeln wurden so hoch behäufelt, dass man sie bis zur Ernte nun in Ruhe lassen konnte. Jetzt war auch der Kraut­acker soweit, dass die Dickwurz gehackt und das Gemüse behäufelt werden musste. Wenn ein trockener, heißer Sommer war, konnte schon Ende des Monats Juli mit dem Kornschneiden begonnen werden. Auf Äckern mit leichterem Boden war das Korn zuerst reif Die Männer brachten von den verschiedenen Äckern zwei bis drei Ähren mit nach Hause. Wenn die Ähren reif schienen, wurde beschlossen, dass nun in zwei bis drei Tagen das Korn­schneiden beginnen sollte.

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Heumachen

Inzwischen war es Mitte Juni geworden. Wenn dann günstige Witterung (HAA­WERRER) war, wurde mit der Heuernte begonnen. Das war die erste Ernte für das Jahr, aber auch die schwerste, weil sich gerade in der Mittagszeit, wenn die Sonne am Höchsten stand, das Heu am leichtesten machen lies. Da nur derjenige, der sein Grundstück am Weg hatte mit dem Mähen beginnen durfte, wurde das Mähen vom Ortsgericht frei gegeben (OÜFFGEDOU). Das geschah folgendermaßen: In jedem Dorf war ein Polizeidiener, der mit einer Schelle und einem Zettel durch die Straßen zog und immer an bestimmten Stellen mit der Schelle auf sich aufmerksam machte. „Heumachen“ weiterlesen