Zum Gruß Herr Pfarrer

Mei Noachber, fast zwaa Meter gruhs,
Ging noahm Friseur, woar doa woas luhs.
Oahn Stoawl noch fonn’r ih dr Ecke,
Doah dehre sich doaw nörrerhocke.

Mör glaabte groad, daß ih dr Tat,
Oahn doag ihm Joahr der offe hat.
Dej halb Frohnhäuser Mennerwelt
Hat sich beim Erich iehgestellt.

Suh saß er schunn zwaa Stonne doah
Onn koam doch immer noch net droah.
Doaw schritt durch dej iehgangsdiehr,
Enn zimmlisch klaaner Mann herfier.

Mei Noachber, der off Oastand hält,
Woar sofort ieh de Hieh geschnellt,
Onn däht doaw zoaw dem Neuling schwätze:
„Komm, Klaaner, hej, dau kannst dich setze!“

Dankboar setzt sich dow der Kunde,
Schmunzelnd ieh dej Mennerrunde.
Harrt aus, daß mörr wej sichs gehiert,
Ehm fachmännisch de Kopp frisiert.
Mei Noachber, noach getanem Werk,
Gieht hoamwärts off de Schillerberg. –
Ohm nächste Morje freht mörn dann,
Ob er den Klaa da nött gekannt.

Mörr wär erstaunt, daß er schunn heut,
Per Dau wär mett dr Geistlichkeit.
Woas hej bei ojs seit dausend Joahr,
Doch sicher niemoals Muhre woar.

Erstaunt doadroff däht der doaw saa:
„Wer woar da now der Mann, der klaa?“
„Ei!“ klärt mörrn off – „Dau bößt e Dejer,
Der Klaa – döss öss ojs nauer Perner!“

Der Bahnhofsvorsteher von Manderbach

Es ist ein Brauch seit Alters her,
Wo’s Menschen gibt, gibt’s auch Verkehr;
Manderbachs Gemeindegrößen
Sinnten, dies Problem zu lösen.

Daß vielerorts seit 100 Jahren
Deutschlands blaue Truppen fahren,
Hat man hinterm Nebelsberg
Bis heute leider nicht gemerkt.

Was dort durch Reden lang und hart
In Jahren nicht ersonnen ward,
Das fiel dann plötzlich einem ein –
Dem Fahrer von der Firma Hain!

In langdurchzechter Herbstesnacht
Hat dieser einen Plan gefaßt:
Nach 20 Korn und 30 Bier,
Schafft er die Bundesbahn nach hier.

Dort, wo früher Fußballrecken
Tore schoßen – und auch Ecken,
Ist seit dieser Zechnacht nun
Eine Eisenbahnstation.

Jeder weiß, wie vieler Falt,
Die Arbeit auf ’ner Bahnanstalt.
In Manderbach macht dies genau
Ein einz’ger Mensch – genannt Pan Tau!
Rangierarbeiten, Gleise legen,
Karten lochen, Bahnsteig fegen.
Und nebenbei ganz unbeirrt,
Macht er noch den Bahnhofswirt.

Rastlos vorwärts tut er streben,
In ruhelosem Bahnhofsleben.
Umsorgt mit Fleiß und viel Geschick
Den Bahnhof, namens „Adolfseck“.

Poliert noch nächtens die Signale,
Hoch oben, auf dem Gitterpfahle.
Er nimmt die Sache sehr genau,
Der Bahnhofsvorsteher Pan Tau!

Erst morgens kehrt er heim vom Berge
Umsorgt Schneewittchen und 2 Zwerge. –
Ließ er die Arbeit öfter liegen,
Gäb’s wie im Märchen, vielleicht sieben!
Wirst Du 50, wünschen wir,
Daß diese Schar Dir gratulier.
Dann stellt Dir der Familienkreis
‚Ne eig’ne Rotte in das Gleis.

Zum 40ten heut laßen grüßen:
Die Direktion der Bahn in Gießen.
Dazu ein 10-fach XXX….
Vom Kanalrat – und viel Glück!

Kein QRM – viel QSO –
Wünscht Runde 14 sowieso.