Auerhahnhütte

Gelegentliche Aktennotizen besagen, daß schon Graf Ludwig Henrich von Nassau-Dillenburg während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit einer kleinen Jagdgesellschaft zur Auerhahnbalz ins Dietzhölztal aufgebrochen sei. Das heutige Wahrzeichen dieser Jagdleidenschaft, die Auerhahnhütte, entstammt allerdings nicht mehr dieser Zeit. Sie wurde erst vor nunmehr rund 140 Jahren, im Jahre 1856 errichtet. Doch stand an ihrer Stelle schon vorher eine einfache Mooshütte, die für das Jahr 1839 bezeugt ist. Herzog Wilhelm von Nassau, der Vater des Herzogs Adolf, ist nur ein einziges Mal in seinem Todesjahr 1839 hier zur Auerhahnjagd gewesen, während er sich im übrigen in Westfalen jagdlich vergnügte. Als ein um so leidenschaftlicherer Jäger muß nach dieser Seite hin der Sohn, der spätere Großherzog von Luxemburg, der Auerhahnbalz hier eingelegen haben. Für die eingesessene Bevölkerung war es immer ein Fest, wenn der so leutselige und beliebte Fürst, von dem die Alten noch sehr lange nach seinem Abschied mit rührender Liebe sprachen, zur Erlegung des Edelwildes erschien. Die Buchstaben A N (Adolf von Nassau) in Stein auf dem Fußboden der Hütte ließ er anbringen; sie sind noch heute ein stummes Erinnerungsmal an ihn. Und heute? Die Auerhähne sind vollständig aus dem engeren Bereich der Hütte wie aus der ganzen Umgegend verschwunden. Vor einigen Jahrzehnten jedoch waren sie noch in den Waldungen zu beobachten. Und die Hütte? Nur dem ernsten Einsatz heimat- und geschichtliebender Menschen ist es zu danken, daß sie überhaupt noch steht. Ein Abbruch konnte nur mit knapper Not verhindert werden. Heute dient sie als Schutzhütte der Waldarbeiter, gewiß eine nützliche Zweckbestimmung. Aber einer solchen historischen Erinnerungsstätte sollte man doch noch mehr Aufmerksamkeit und Interesse widmen. An einer nicht unwichtigen Wegzentrale stehend, bleibt sie allezeit ein sehr empfehlenswertes Wanderziel.

Schichtmeister Cunz

Im Herbst 1804 wählte die Gewerkschaft der Grube Thalen – zwischen Frohnhausen und Weidelbach gelegen – den Johannes Cunz zu Frohnhausen zu ihrem Schichtmeister. Dieser war vorher auf der Grube Fortunatus bei Frohnhausen in demselben Amte tätig gewesen. Die dortige Gewerkschaft hatte jedoch – wegen seines übermäßigen Trinkens und weil er seiner eigenen Haushaltung schlecht vorstand – seine Entlassung erzwungen. „Schichtmeister Cunz“ weiterlesen