Es ist Herbst geworden

Ein Wagen mit Backholz (WELLEN) musste auch noch gemacht werden. Das musste alles geschehen, solange man noch mit dem Vieh fahren konnte. Der sogenannte Mühlgraben, dessen Wasser über die Wasserräder der Spinnerei Braun, Mühle Jung und Firma Weiss lief, welches zum Betreiben der Betriebe gebraucht wurde, musste auch noch gereinigt werden.

Es wurde durch die Schelle bekannt gemacht, dass von hier bis dort der Mühlgraben abgestellt sei und jeder Anlieger sein Teil ausschaufeln und ausmähen musste. Weiter wurde durch die Schelle vom Ortsgericht bekannt gegeben, dass bis zu einem bestimmten Datum die Mahl und die Be- und Entwässerungsgräben aufgemacht sein mussten. Nach dem festgesetzten Datum wurde überprüft, wer dem nicht nachgekommen war. Derjenige wurde dann gemahnt, wenn das noch nicht reichte, wurde er bestraft. Durch den zunehmenden Autoverkehr waren die Bekanntmachungen bald nicht mehr zu verstehen. Aus diesem Grund wurden dann Aushängetäfelchen überall im Dorf angebracht, auf denen die Bekanntmachungen zu sehen waren.

Etwas über die schon erwähnten beiden Wagen: Der kleine Wagen hatte schwächere Achsen, etwas kleinere Räder und auch eine schmalere Spur. Er war im ganzen etwas leichter gebaut Er trug immerhin 25 bis 30 Zentner und war ein Kastenwagen. Beim Mistfahren wurde auf dem Acker das hintere Kopfteil (KISSBREAD) von dem Kasten entfernt und mit einem Mistabzieher längs des Ackers in gleichmäßigem Abstand acht bis neun Haufen Mist abgezogen. Wie schon geschildert – es war ein Wagen, der für alle landwirtschaftlichen Arbeiten benutzt wurde. Der große Wagen hatte stärkere Achsen, größere Räder und eine breitere Spur – er war im ganzen stärker gebaut Er war ein Leiterwagen (auch Erntewagen genannt), mit Aufsätzen.

Autor: Friedrich Wilhelm Bernhardt

Pseudonym für Friedrich Wilhelm Bernhardt (*06.02.1913, †10.12.1993) Ein geschätztes Mitglied der Frohnhäuser Gemeinde. Außer seinem Engagement als Haupmann der Freiwilligen Feuerwehr Frohnhausen verfasste er etliche Dokumente zum zeitgenössischen Leben. Danke an Hiltrud für die Daten.

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