Der Brand von 1778

Der große Brand am 26. Juli 1778

Um das Ausmaß der großen Feuersbrünste, die im 18 Jahrhundert nicht wenige Ortschaften in Nassau-Dillenburg heimsuchten – und einige völlig in Schutt und Asche legten – zu verstehen, müssen wir uns zunächst mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Wie konnte es zu solchen katastrophalen Bränden kommen, bei denen oftmals ganze Einwohnerschaften eines Dorfes all ihr Hab und Gut verloren, und nicht selten lediglich das „nackte Leben“ retten konnten? Ein noch vorhandener Plan unseres Ortes (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden) aus der Zeit vor dem Brand zeigt uns, wie eng viele Gebäude – Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen – zusammenhingen. Diese verschachtelte Anlage Frohnhausen vor dem großen Brand des Dorfes, dazu das verwendete Baumaterial gaben einem Feuer, wenn es nicht schon im Stadium seiner Entstehung erfolgreich bekämpft werden konnte, reichlich Nahrung. Fachwerk und das damit verwendete Füllmaterial aus Holz, Stroh und Lehm bildeten für die Flammen kein Hindernis. Ganz zu schweigen von den strohgedeckten Dächern. Wehte dazu noch der Wind aus einer ungünstigen Richtung, wurden durch Flugfeuer die umliegenden Häuser gleich in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kamen meist enge Straßen – oder besser gesagt Gassen – die keine klare Führung erkennen ließen, sondern sich mehr oder weniger um die Gebäudegruppen herumwanden und so ein übergreifen des Feuers auf weitere Ortsteile begünstigten.

„Der Brand von 1778“ weiterlesen