Wappen

Obere Fläche: GRÜN (Flur — Ackerbau)

Querbalken: WEIß (Fachwerk)

Untere Fläche: ROT (Eisenstein — Bergbau)

 

Darstellung eines Pfluges, wie er in der nachgewiesenen Gründerzeit der Siedlung Frohnhausen Verwendung fand und noch vor hundert Jahren eingesetzt wurde.
Die Konstruktion war in Holz ausgeführt, die Schar jedoch schon im Mittelalter mit Eisen beschlagen. Das senkrechte Messer, als „Sech“ bezeichnet, schnitt die Schollen, und das Streichbrett aus Holz legte diese Erdschollen um. Die Definition Frohn im Ortsnamen gibt einen Anhaltspunkt über eine besonders drastische Form von Leibeigenschaft aus der Frühzeit der Siedlung unter Hinweis auf die Grafen vom Hunsbach und deren Untertanen. Der Pflug soll eine Kausalität zu dieser Epoche als Werkzeug der Frohn herstellen.

In den Querbalken ist die Struktur des Fachwerkes des früheren Rathauses und. zwar des ersten Stockes andeutungsweise eingearbeitet. Dieses entstand nach dem großen Brand 1778 im Jahre 1780 als neues Gemeinde-‚ Schul-‚ Back-‚ Spritzen- und Leiterhaus. Anfang der 60er Jahre musste der Fachwerkbau einem neuen Rathaus in massiver Bauweise weichen.

Das Symbol des Bergmanns soll an eine lange Periode erinnern, in der man Frohnhausen als
Bergmannsdorf bezeichnete. Neben dem Erwerb einer kleinen Landwirtschaft verließen die Männer schon um 4 Uhr früh ihre Häuser, um zu Fuß den beschwerlichen steilen Bergmannspfad zu ersteigen und nach Überquerung des Nanzenbach— und des Eibachtales gegen 6 Uhr die Grube Nikolausstollen u. a. zu erreichen. Ein wahrhaft schweres Los, wobei anzufügen wäre, dass ab 1898 die Eisenbahn, der so genannte „Bergmannszug“ benutzt
werden konnte.


Fritz Sauer (* 1917 in Frohnhausen/Dillkreis, † 1991 in Dillenburg) war der Sohn eines Bergmanns. Der Vater betrieb mit seiner Frau und den vier Kindern eine Nebenerwerbslandwirtschaft in der Lindenstraße. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte Fritz Sauer den Beruf eines kaufmännischen Angestellten.
Seit seiner Jugend war er ein begeisterter Freizeitmaler. Das Malen und Zeichnen hatte er als Junge bei Friedrich Sauer erlernt, einem Verwandten, der von Beruf Bildhauer war. An Friedrich Sauer erinnert in Frohnhausen heute noch der nach ihm benannte „Sauerbrunnen“, eine imposante Brunnenanlage, die von ihm entworfen und unter seiner Leitung zwischen 1931 und 1934 gegenüber dem Bahnhof in der Waldstraße erbaut wurde.
Mit dem Malen von Ölbildern fing Fritz Sauer wohl erst nach dem Zweiten Weltkrieg an, aus dem er mit einer Verwundung zurückgekehrt war. Bis in die Mitte der 50er Jahre war der Verkauf der Bilder ein wichtiger Zuverdienst zu dem damals niedrigen Familieneinkommen. So bezahlte er größere Handwerkerrechnungen oft nicht mit Geld, sondern mit Gemälden. Auch nachdem sich die materielle Situation der Familie stabilisiert hatte, blieb das Malen seine liebste Freizeitbeschäftigung, die er nun aus Leidenschaft ausübte und um anderen Menschen mit seinen Bildern eine Freude zu machen. Noch bis wenige Jahre vor seinem Tod „verschwand“ er fast täglich für einige Stunden im „Keller-Atelier“ seines Hauses in der unteren Lindenstraße, um ungestört malen zu können.
Fritz Sauers Lieblingsmotiv waren Landschaften. In den frühen Jahren sind zahlreiche Bilder direkt im Freien entstanden oder nach Skizzen, die er zuvor in der Natur angefertigt hatte. Später, als er immer stärker unter den Folgen seiner Kriegsverletzung zu leiden hatte, malte er seine Landschaftsbilder vorwiegend nach Fotos und anderen Vorlagen zu Hause. Neben Landschaften waren nun Blumenstillleben sein bevorzugtes Sujet. Nicht selten arrangierte er in einer Vase die Blumen und Gräser, die ihm dann „Modell standen“.
In Frohnhausen bestand eine rege Nachfrage nach seinen attraktiven Gemälden. Viele von ihnen schmücken wohl auch heute noch zahlreiche Wohnzimmerwände in seinem Heimatdorf, einige auch in Nachbardörfern. Manche seiner Bilder gingen an Frohnhäuser, die in die Fremde gezogen waren. Angeblich sollen Dorfporträts von Frohnhausen bis nach Amerika gelangt sein.
Neben der Malerei war das Angeln das zweite Steckenpferd von Fritz Sauer. Er erfüllte sich einen Traum, als er zusammen mit seinem Schwiegersohn und einem Nachbarn unmittelbar an der Grenze zur Manderbacher Gemarkung zwei Fischteiche anlegen ließ. Dort verbrachte er fortan zahlreiche Stunden, weniger um zu angeln, sondern um in der Natur zu sein. „Seine“ Fischteiche hat er auch in einem kleinen Gemälde „verewigt“.
Das Wappen von Frohnhausen entwarf Fritz Sauer in der ersten Hälfte der achtziger Jahre. Die genaue Beschreibung des Wappens, die oben zu lesen ist, verfasste er zusammen mit dem pensionierten Volksschullehrer und Heimatforscher Waldemar Hain sowie dem Dillenburger Bürgermeister Gerhard Beermann. Mit ihnen hatte er zuvor auch die Gestaltung beraten.

Hans Sauer, im Mai 2017


Das Wappen ist bis zum Jahre 2061 urheberrechtlich (§69 UrhG) geschützt.
Nach dem Original von Fritz Sauer 2008 digital remastered und seit 2017 beim Deutschen Patent & Markenamt mit #402017200803.7 mit erweiterten Rechten geschützt.
Gemeinnützigen[1] eingetragen Vereinen und/oder soziale Gemeinschaften mit Sitz in 35684 Dillenburg sowie kommunale Einrichtungen erhalten auf Anforderung unentgeltlich nutzungsgebundene Vorlagen des Wappens. Die schriftliche Autorisierung erfolgt durch den Inhaber des Nutzungsrechtes.

[1]Im Sinne der §51-57 Abgabenordnung(AO)

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